Johann Friederich Antonius von Bocholtz

ImageAm 27.01.1681 wurde Johann Friederich Antonius von Bocholtz auf dem Wohldenberg geboren. Unter ihm sollte die Burg eine neue Blütezeit erleben. Bereits im Jahre 1698 war Joh.Fr.A. v. Bocholtz Domherr zu Hildesheim und Halberstadt, 1707 wurde er zusätzlich Kanonikus, später Dekan am Stift St. Andreas in Hildesheim. Mit dem Tode seines Vaters im Jahre 1701 wird er auch das Wohldenberger Drostenamt übernommen haben. Eine Inschrift am Sockel der Pestsäule, die er erneuern ließ, nennt ihn zumindest 1704 als Drosten zu Wohldenberg.

wohldenberg_a_2.jpgIn seiner Amtszeit wurde 1713 der Westflügel der Vorburg, der ehemals als Pferdestall diente, neu aufgebaut. Er beherbergt seitdem das Pfarrhaus. Das Burgtor erhielt als neuen Zugang anstelle der ehemaligen Zugbrücke eine steinerne Bogenbrücke. 1727 ließ er an einer Felswand des Hainberges eine Jagdhütte errichten (heute Jägerhaus), 1733 fügte er der Hütte eine dem heiligen Hubertus, dem Patron der Jäger geweihte Kapelle als Felsengrotte hinzu. 1736 entstand unweit der Hubertusgrotte als zweiter seiner Bauten im Hainberg der achteckige Jägerturm. Den weitläufigen Park des Wohldenberges ergänzte v. Bocholtz im Jahre 1728 im Bereich des Steinbruchs um die Grotte des Hl. Hieronymus. Die Darstellung des Heiligen im Relief befindet sich heute am Waldrand von Henneckenrode.

Der bedeutendste Bau seiner Amtszeit ist jedoch die Hubertuskirche auf dem Wohldenberg. Sie entstand auf Initiative des Drosten unter der Regentschaft des Fürstbischofs Clemens August von Bayern im Jahre 1731. Laut Inschrift wurde sie von Clemens August konsekriert. Ansonsten hielt dieser Bischof von fünf Bistümern, Kurfürst und Hochmeister des Deutschen Ordens sich nur sehr selten in seinem Bistum Hildesheim auf. Auch der Wohldenberg wird ihn selten gesehen haben. Als Liebhaber der Jagd bevorzugte er die höfische Parforce -Jagd, eine Hetzjagd auf ebenen Gelände. Die dichten Wälder und Schluchten des Hainberges ließen jedoch nur die mühsamere Pirsch zu.

Um 1730 beauftragte Clemens August den Maler Reinier Roidkin damit, die fürstbischöflich - hildesheimischen Amtssitze zu zeichnen. Allein 15 Zeichnungen fertigte Roidkin vom Wohldenberg an, zwei davon widmete er der Jagdhütte im Hainberg. Seine Bilder zeigen den Wohldenberg als stattliche , ausgedehnte Burganlage.

Am 28.12.1755 starb Johann Friederich Anton Freiherr v. Bocholtz. Er muß den Wohldenberg als einsamen, abgelegenen Aufenthaltsort sehr geliebt haben. An einigen seiner Bauten ist noch heute sein Wahlspruch zu lesen: Solitudo sola beatitudo - Einsamkeit einzige Glückseligkeit.