Die Säkularisation

Die Säkularisation der geistlichen Fürstentümer im Jahre 1802 bedeutete auch für den bischöflichen Amtssitz Wohldenberg das Ende. Das Gebiet des Fürstentums Hildesheim fiel als Entschädigung für die Besetzung linksrheinisch gelegener Gebiete durch Frankreich an das Königreich Preußen. Die Burg Wohldenberg verfiel, wurde schließlich sogar auf Abbruch verkauft. Eine Gouache des Malers Georg Friedrich Hochecker, die er vom Schlewecker Kohlkamp aus im Jahre 1794 gemalt hatte, zeigt die Burg Wohldenberg noch unversehrt. Ein Aquarell im Gästebuch des Wohldenberger Amtskruges, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstanden ist, dokumentiert jedoch bereits das Ruinengelände aus der Zeit des Abbruchs. Die Steine der ehemals stolzen Burg fanden in Gebäuden der staatlichen Domäne in Sillium und in anderen Gebäuden der Umgebung Wiederverwendung. Selbst den starken Bergfried versuchte man damals durch Abschlagen der Mauerecken zum Einsturz zu bringen.

Nach kurzer preußischer Zeit gehörte das Amt Wohldenberg von 1807 - 1813 dem Königreich Westfalen an. Unter dem verschwenderischen König Jerome, dem "König Lustig", einem Bruder Napoleons, gelangte der ehemals staatliche Wohldenberger Amtskrug in Privatbesitz.

Durch den Wiener Kongreß wurde das Territorium des Fürstentums Hildesheim im Jahre 1814 dem Königreich Hannover eingegliedert.

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In den folgenden Jahren setzte eine Rückbesinnung ein, die den Wert historischer Bauten erkannte. In ihrer Folge wurde auch der Turm saniert und schließlich im Jahre 1858 zum Aussichtsturm ausgebaut.

Erst jetzt erhielt er seinen charakteristischen Zinnenkranz. Ältere Abbildungen zeigen ihn mit einem spitzen Helm.

1859 erhielt auch das Obergeschoß des Torturmes, der als Glockenturm der Burgkirche dient, ein neues Gesicht. Der bekrönende Dachreiter wurde abgenommen, die Mauerluken wurden zu Schallöffnungen in romanischen Formen erweitert.

Nach dem Abriß der Hauptburg wurde unterhalb der Burg Wohldenberg ein repräsentatives Amtshaus errichtet. Bereits im Jahre 1852 wurde der Amtssitz jedoch nach Bockenem verlegt. Von der Burg Wohldenberg blieben neben dem Bergfried und einem Mauerrest der alten Burgkirche nur die Vorburg, das heutige Pfarrhaus und Pfarrheim, und die Hubertuskirche erhalten. Die beiden letztgenannten Bauten befinden sich heute infolge des Konkordats der kath. Kirche mit dem Land Niedersachsen wieder im Besitz des Bistums Hildesheim.