Der dreissigjährige Krieg

Im Dreißigjährigen Krieg erlitt der Wohldenberg beträchtliche Zerstörungen. Im Jahre 1641 zerstörte das kaiserliche Heer von Bockenem aus die Burg, die demnach ein Stützpunkt der Schweden gewesen sein muß. Im selben Jahr diente der Wohldenberg dem kaiserlichen General Piccolomini als Feldlager.

Mitten im Dreißigjährigen Krieg, am 17.12.1629, entschied das Reichskammergericht die Rückgabe der ehemaligen stiftischen Ämter an den Bischof von Hildesheim. Da die welfischen Fürsten Frieden mit dem Kaiser suchten, waren sie bereit, diesem sog. Restitutionsrezeß nachzukommen. Vollzogen wurde er jedoch erst am 17.04.1643. Mit diesem Datum war der Wohldenberg wieder hildesheimisch! Kurz vor Ende des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1647 kam es allerdings abermals zu einer Besetzung und Plünderung der Burg durch die Schweden.

burgskizze.jpgMaximilian Heinrich, Herzog von Bayern, von 1650 bis 1688 Bischof von Hildesheim, stellte die Burg nach den Beschädigungen des Krieges wieder her. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden frühesten Abbildungen der Burg Wohldenberg. Sie werden (als Kopien) im ehemaligen Wohldenberger Amtskrug aufbewahrt. Beide dokumentieren deutlich die Spuren des Krieges. Besonders Teile der Vorburg sind als Ruinen erkennbar. Ab 1663 wurde die Burg Wohldenberg, jetzt Mittelpunkt eines bischöflich - hildesheimischen Amtes, Sitz eines Drosten. 

Lange Zeit hatte die niederrheinische Adelsfamilie von Bocholtz das Drostenamt inne. Da der Adel des Stiftes Hildesheim zumeist evangelisch geworden war, belehnte der Hildesheimer Bischof bevorzugt katholische Adlige aus dem Rheinland und aus Westfalen mit seinen Burgen und Gütern. Um neue kath. Gemeinden entstehen zu lassen, siedelte er außerdem katholische Bauern- und Handwerkerfamilien aus diesen Gebieten in seinen Ämtern an, so auch in Sillium. Als erster Droste aus der Familie von Bocholtz wird 1669 Adam Arnold v. Bocholtz genannt.

Im Jahre 1685 erwarb die Familie zusätzlich das benachbarte Schloß Henneckenrode von der Familie von Saldern. Nienhagen und Söder gelangten in den Besitz der westfälischen Familie von Brabeck.