Die Reformation

In den Jahren 1557 bis 1559 diente die inzwischen braunschweigisch gewordene Burg Wohldenberg als Wohnsitz für den Hildesheimer Bischof Burchard v. Oberg. Sie war damit sicherlich Ort gottesdienstlicher Handlungen. Das Jahr 1568 bedeutete für den Wohldenberg das vorläufige Ende des katholischen Kultus. Herzog Julius II. sorgte als neuer Landesherr für die Einführung der Reformation in seinen ehemals hildesheimischen Ämtern. Auf dem Wohldenberg wurde durch den Pfarrer von Hackenstedt ein evangelischer Gottesdienst abgehalten.

Inzwischen hatte das Domkapitel sich für einen wichtigen politischen Schritt entschieden: Um der Gefahr der Okkupation des kleinen geistlichen Fürstentums Hildesheim durch die protestantischen Nachbarstaaten entgegenzuwirken, entschied es sich für den Anschluß an das katholische Haus der bayrischen Wittelsbacher. Nach den Tode Burchards v. Oberg im Jahre 1573 wählte es den bayrischen Herzog Ernst zum Bischof von Hildesheim. In der Tat sollte dieser Anschluß an das bayrische Herrscherhaus, der bis zum Jahre 1761 andauern sollte, die Aufhebung des Fürstentums Hildesheim verhindern. Wenn die Dörfer des Hildesheimer Landes am Fronleichnamstag die Straßen neben den gold-silbernen (gelb-weißen) Kirchenfahnen aus Dankbarkeit auch mit den silber-blauen (weiß-blauen) Farben Bayerns schmücken, so geht das auf diese Zeit zurück.