Die Architektur

Auf dem Wohldenberg residierte zu Beginn seiner Amtszeit der Droste Johann Friederich Antonius Freiherr von Bocholtz. Diesem Wohldenberger Drosten ist wohl die Initiative für die Entstehung der Hubertuskirche zu verdanken Wenn Clemens August den ansehnlichen Kirchenbau trotz der sehr geringen Katholikenzahl der Gemeinde in Auftrag gab, dann sicherlich auch deshalb, weil er seinen Herrschaftsanspruch gerade hier, im protestantisch gewordenen Amt Wohldenberg und an der Grenze seines Fürstentums nach Braunschweig, manifestieren wollte.

Eine lateinische Inschrift über dem Hauptportal gibt Auskunft über die Entstehung der Kirche. Die Übersetzung lautet:

VON CLEMENS AUGUST
HERZOG VON BAYERN, KURFÜRST VON KÖLN
BISCHOF VON HILDESHEIM
PADERBORN, MÜNSTER UND OSNABRÜCK
ERRICHTET UND GEWEIHT DEM HEILIGEN HUBERTUS,
DEM PATRON DER JÄGER

Als Entstehungsjahr wird direkt über dem Portal in römischen Ziffern die Jahreszahl 1731 genannt.

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Das in Sandstein gehauene Wappen des Clemens August an der Westfront der Kirche weist ihn bereits als Bischof der fünf Bistümer aus, jedoch noch nicht als Hochmeister des Deutschen Ordens. Der bekrönende sog. Kurhut zeigt die Bedeutung des Erzbischofs von Köln als einem der damals neun Kurfürsten. Sie wählten den römisch - deutschen Kaiser. Zusätzlich zeigt das Wappen den Bischofsstab als das Zeichen der geistlichen, und das Schwert als Zeichen der weltlichen Macht. Die das Wappenschild umgebende Ordenskette weist hin auf die Bedeutung des Bischofs als Großmeister der von seinem Onkel Füstbischof Joseph Clemens im Jahre 1693 gegründeten Bruderschaft des Michaelordens. Im untersten Emblem der Ordenskette, direkt über dem Ordenskreuz, ist die Darstellung des Erzengels Michael zu erkennen.

Der äußerlich schlichte Saalbau der Hubertuskirche ist aus Bruchsteinen gemauert und verputzt. Er ist errichtet in den Bauformen eines zurückhaltenden norddeutschen Barock. Im Bereich der Westfassade sind allerdings auch schon Stilelemente des Rokoko zu erkennen. Der Baumeister der Kirche ist uns nicht bekannt. Auch der lichte Innenraum der Burgkirche ist zurückhaltend gestaltet. Lediglich die Flachdecke weist Stuckdekorationen auf. Diese Decke ist in Höhe der Chorstufen durch einen Bogen, der auf zwei Konsolen ruht, zweigeteilt. Zwei unterschiedlich große Felder, eines über dem Chor und eines über dem Laienraum, sind mit reichen Stuckrahmen versehen. Wie die letzte Restaurierung der Hubertuskirche nachgewiesen hat, waren diese gerahmten Felder jedoch nie mit Deckengemälden ausgefüllt.