Der Rosenkranzaltar

Das Gemälde des rechten Seitenaltares zeigt die Übergabe des Rosenkranzes durch Maria an den heiligen Dominikus. Um diese Szene herum sind die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes bildlich dargestellt, angefangen von der Verkündigung bis hin zur Krönung Mariens im Himmel. Vom Ordensgründer Dominikus wird angenommen, er habe der Kirche das Rosenkranzgebet geschenkt.

wohldenberg_i_2_3.jpgDie Darstellung gerade eines solchen Gemäldes in der Hubertuskirche läßt sich vielleicht daraus erklären, daß die Seelsorge auf dem Wohldenberg in der Zeit von 1717 bis 1803 von Patres des Dominikanerordens ausgeübt wurde. Zu Füßen des heiligen Dominikus ist ein Hund dargestellt, der eine brennende Fackel im Maul trägt: Ein Hinweis auf die Bezeichnung "Dominikaner", abgeleitet von " domini cani ", was hier die Bedeutung hätte von "Wächter des Herrn". Die Darstellung des Hundes geht zurück auf einen legendären Traum der Mutter des Dominikus. Vor dessen Geburt habe sie einen Hund gesehen, der mit einer brennenden Fackel die ganze Welt in Brand setzte - sicher ein Hinweis auf die Predigt- und Missionstätigkeit des Dominikanerordens.

In der Hubertusgemeinde bestand früher eine Bruderschaft vom heiligen Rosenkranz. Sie wurde gegründet im Jahre 1739 " zur Ehre Gottes und der allerseligsten Jungfrau Maria und zum Heil der Seelen ". Ein Mitgliederverzeichnis, das im Wohldenberger Pfarrarchiv aufbewahrt wird, bezeugt die Existenz dieser Gebetsgemeinschaft in den Jahren 1739 bis 1843.

Die Statue zur Rechten des Rosenkranzaltares zeigt den heiligen Johannes von Nepumuk, den Märtyrer und Bewahrer des Beichtgeheimnisses, der in der Zeit des Barock große Verehrung genoß. Der Heilige zur Linken wird in den Inventarlisten des Pfarrarchivs teilweise als Johannes der Täufer, teilweise als unbekannter Märtyrer ausgewiesen. Die Zeige - Geste der linken Hand, mit der der Heilige auf den gekreuzigten Christus vom Hochaltar weist, legt tatsächlich eine Deutung der Skulptur als Johannes d. Täufer nahe. Die Geste wäre dann ein Hinweis auf die Aussage des Täufers in Joh. 3,30: " Jener muß wachsen, ich aber muß kleiner werden. " Gegen eine solche Deutung spricht jedoch die Kleidung des Heiligen. Die Zeit des Barock stellt Johannes d. Täufer als Asketen und Bußprediger dar, in Fellkleidung, mit Kreuzfahne und Gotteslamm. Hier fehlen jedoch alle diese Attribute. Vielleicht handelt es sich bei dieser Darstellung um den heiligen Josef. Genauso wie Johannes v. Nepumuk wurde er häufig in Barockkirchen dargestellt. Sein persönliches Attribut, die Lilie, könnte verlorengegangen sein. Die Palme, die der Heilige in der linken Hand hält, muß nicht ursprünglich sein.