Der Patron

Von welchem Zeitpunkt an die Burg über ein eigenes Gotteshaus verfügte, ist uns nicht bekannt. Nachgewiesen wird die Existenz einer Kapelle in der Burg erst im Jahre 1286 durch die Erwähnung eines Burgkaplans mit Namen Henricus.

pestsaeule_2.jpgIm Gegensatz zur heutigen Burgkirche St. Hubertus war diese frühere Kapelle jedoch nicht Mittelpunkt einer Pfarrei. Die Ortschaft Sillium war damals nach St. Martinus in Holle eingepfarrt, was noch heute für die evangelischen Christen des Dorfes gilt. Ein Visitationsbericht aus dem Jahre 1542 erwähnt eine Kapelle in Sillium, in der die Feier der heiligen Messe möglich war. Unbekannt ist das Patrozinium der früheren Wohldenberger Burgkapelle, wahrscheinlich trug sie das Patronat der Kirchefürsten Peter und Paul. Daß sie, wie die spätere Kirche, dem heiligen Hubertus, dem Patron der Jäger, geweiht war, ist unwahrscheinlich.

Nirgendwo sonst im Hildesheimer Land tritt ein solches Patrozinium oder die Verehrung dieses belgischen Heiligen auf. Vermutlich hat erst die Jagdleidenschaft des Fürstbischofs Clemens August und die seines Wohldenberger Drosten v. Bocholtz zur Wahl dieses Patrons für die 1731 erbaute Burgkirche geführt. Für die alte Burgkapelle wurde von manchen Historikern das Patrozinium der Apostel Petrus und Paulus angenommen. Für eine bischöfliche Burg wäre ein solches Patrozinium gerade der Apostelfürsten nicht ungewöhnlich. Dafür spricht auch, daß die beiden Apostel sowohl am Hauptaltar der Hubertuskirche als auch an der Wohldenberger Pestsäule dargestellt sind.